|
EWIGKEITsmOMENte
Symbole für zeitlose Kraft
Bei meinen vergangenen
Reisen haben mich Momente berührt, die ich für die Zukunft als
Fotos festgehalten habe, um sie mir zu späteren Zeitpunkten zu vergegenwärtigen.
Vergangenheit, Zukunft, Gegenwart. Reale Situationen, die nicht wiederholt
werden können und, die durch gleichzeitige Gegensätze sprechen:
Hell und Dunkel
Mehrfarbigkeit und Einfarbigkeit
Nähe und Tiefe
Schärfe und Unschärfe
Bewegtheit und Unbeweglichkeit
Natur und Mensch
Gewaltigkeit und Ruhe.
In diesen Momenten selbst traf ich auf Vergangenheit, Zukunft, Gegenwart.
Mir war, als sei mir die Ewigkeit begegnet. Also eine Macht, die keine
Zeitgrenzen kennt und sie damit relativiert. Eine Macht, die durch Weite,
Bewegung und Standhaftigkeit solche Empfindungen wie Kraft, Freiheit und
Schönheit vermittelt. Die läßt sich mit den Augen fühlen.
Wie relativ Zeit ist, das vermittelt das Foto "Wüstenzeitveränderung".
Die Uhrzeit spielt in der Wüste keine Rolle. Nur einen Schritt weiter
gegangen ist es schon eine halbe Stunde später. Ob das die Kängurus
wissen?
Wie relativ Zeit ist, das zeigen die Fotos, die Bewegtes dauerhaft festgehalten
haben: eine fliegende Möve in "FrauenMeerPicknick", "Nebelschwaden"
über dem Wasser, Wolken in "WolkenFeder". Erinnerungen
und Fotos können unscheinbare Momente einfangen, die zum Verschwinden
geboren sind und doch eine andauernde Schönheit in sich tragen.
Wie relativ Zeit ist, das dokumentieren die Fotos, die scheinbar Unbewegliches
festgehalten haben: Bäume in "Baumkontrast" oder Berge
in "Segelboote". Die Bewegungen, Veränderungen werden erst
im Vergleich, nach langer Zeit deutlich.
Wie relativ Zeit ist, das zeigt auch das enge Beieinander von Unbeweglichem
und Verschwindendem, von sich Verflüchtigendem und Langandauerndem:
"Schattenspiele", die sich neben Aborigine-Zeichnungen zeigen
oder Wolkengebilde an Bergen. Und welchen Stellenwert ein Mensch darin
hat, darüber lässt sich beim Foto "Menschrelation"
sinnieren.
Manche Fotos laden dazu, in sie hinein zu spazieren. Andere Fotos kommen
einem entgegen. Es sind Fotoaufnahmen, die die abstrakten Malereien von
Natur und Zufall, von flüchtigen Momenten und lang andauernden Naturformationen
nicht nur als Augenblicksperlen eingefangen haben. Die Momente scheinen
viel mehr einer Unendlichkeit entliehen und drücken sich als Symbole
für wiederkehrende Kraft aus.
Etwas im Menschen Verborgenes wird in Schwingungen, alle Sinne in Bewegung
versetzt und es entsteht eine Ahnung von größeren Zusammenhängen.
Ob bewegt oder konstant -
da ist eine Macht,
die weitere Kraft verschafft.
Karin
Mühlenberg
|