ZeitBerührungen

- Photos -

Stehen bleiben und sich berühren lassen von dem, was ein Moment offenbart. Der Moment, der im Jetzt und Heute liegt, als Weiterführung des Gestern und als Wurzel das Gleich und Morgen. Entwicklungen gehen voran, die im Heute münden und in die Zukunft fortführen, unmerklich schleichend oder atemberaubend schnell. Ob langjährige Wurzel oder Wellen im Wind: Entwicklung ist Bewegung ist Leben - leises oder pulsierendes Leben.

Nichts wird offenbar, wenn ein Mensch diese Momente nicht empfangen will. Momente gewinnen, denn hungrige Seele braucht Nahrung. Zeit nehmen, sehen, spüren, erleben, sich berühren lassen. Momente fordern Mußezeit - zum Atmen der Seele, zum Schmunzeln. Momente erleben, die über den
Moment hinausreichen.

Berühren lassen von Unerwartetem im Alltag. Berühren lassen von Photos, die irgendwo in einem Alltagsmoment festgehalten wurden. Und damit für eine ganze Weile unvergesslich bleiben können. Berühren lassen von Farben, Formen, Natur und Begegnungen. Mit geschärften Sinnen.

Berühren lassen von der Kraft, die von Momenten ausgeht. Von Stärke, die unerklärlich und mitunter wortlos bleibt. Die einfach nur da ist. Die immer wieder da ist. Diese Kraftmomente kommen fast einem Geheimnis gleich, dem man weiter nachspüren kann. Viele Hinweise und Symbole drücken sie aus.

Woher kommt diese Kraft, die das Innerste berührt? Geht sie vom Gott der Bibel, dem Schöpfergott aus, der mit dem Neuschaffen nicht aufgehört hat? Angenommen: ja. Dann ist die Schlussfolgerung:

Berühren lassen von dem, der Momente schenkt. Momente, die zur Entdeckung des ewigen Gottes im Heute werden, in dem Vergangenheit und Zukunft zusammentreffen und von dem aus Kraft strömt. Mit Spürsinn, wachen Auges, Aufmerksamkeit und Muße kann man den Lebensweg gehen und dabei Gottes Schöpfergeist entdecken.

Gottes Sprache ist abwechslungsREICH und formSCHÖN. Die Sprache erstreckt sich geduldig und wächst seit Jahrzehnten, oder blitzt für den Bruchteil einer Sekunde auf. Von der Wucht oder von der Zartheit der Erkenntnis getroffen lässt sich dieses Leben begreifen - das, was einfach ruhig da liegt, unspektakulär, offen und tiefsinnig. Denn, der Schöpfergott stellt sich immer wieder neu vor und gibt sich facettenreich zu erkennen.

Wer es sehen will, der nimmt es wahr - versteckt in den Kleinigkeiten und Selbstverständlichkeiten des Alltags liegt das charmante Lächeln Gottes in vielen Momenten. Der Gott, der aufmuntern, aus Trübsinn herausführen und Kraft schenken möchte, der zeigt kreativreich Symbole
seiner Schaffenskraft.

Geschaffen worden zum Erschaffen - auch der Mensch ist kreativ tätig. Gottes Hauch erfüllt des Menschen Geist. Zur Freude. Zum Leben. Freude und Leben sind expressiv. Sie drücken sich aus, weil sie einen Sinn erkennen. Sinnerkenntnis durch Sinnlichkeit.

In dieser Photoausstellung gibt es eine kleine Auswahl an möglicherweise unbedeutenden Augenblicken zu sehen, die dennoch ihren besonderen Reiz haben und, die als Symbole ganze Bände zu erzählen scheinen. Es sind Photoaufnahmen von nicht wiederholbaren, flüchtigen Momenten und solche Aufnahmen zu sehen, die nur einen Moment in einer sehr langsamen Entwicklungskette wiedergeben. Die Bandbreite lässt erahnen, dass der Schöpfergott die Schöpfungslust nicht verloren hat. Seine Exponate sind über den gesamten Erdball
wie in einer Dauerausstellung verteilt.

Mir scheint, er hat nach wie vor einen Sinn für die Gestaltung von Schönem, das die Seele berührt - oder ist es einfach nur Zufall, dass Felsen wie Gemälde aussehen, Wasser wie Edelsteine, Berge und Wolken wie Monumente oder die Sonne mit atemberaubenden Farbenspielen auf- und niedergeht? Wer an der Gestaltung von Felsen und Wasser Freude hat, kann der nicht auch das Leben von Menschen phantasievoll und bereichernd beeinflussen und gestalten? Gott weiß einen Menschen zutiefst zu berühren.

Diese Symbole, die dazu ermuntern anzuhalten und tief durchzuatmen, reiche ich hiermit an Sie weiter.



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                     Interview in der "Stadtteilzeitung"  Seite 2